Am 28. August hat es uns hier in der Region Lenzburg richtig erwischt. Ich stand mit dem Auto auf dem Parkplatz beim Bahnhof, als das Gewitter losging, und konnte nichts mehr machen. Die Körner waren teilweise so gross wie Golfbälle, Nachbarn sprachen von bis zu 6 Zentimetern. Dazu kamen Böen, die bei uns einen Gartenpavillon quer über die Strasse geweht haben.
Unser Auto ist ein Kombi, Jahrgang 2019, knapp 110'000 Kilometer. Dach, Motorhaube und Heckklappe sind übersät mit Dellen, zum Glück sind die Scheiben ganz geblieben. Ich habe eine Teilkasko und den Schaden noch am selben Abend online gemeldet. Anfang September konnte ich in ein mobiles Hagelzentrum fahren, das meine Versicherung auf einem grossen Parkplatz eingerichtet hatte. Dort fuhr das Auto durch einen Scanner, und nach etwa 20 Minuten hatte ich ein Protokoll in der Hand: 71 Dellen, geschätzte Reparaturkosten rund 6'400 Franken.
Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder lasse ich das Auto in einer Partnergarage ausbeulen, ohne Lackieren, aber der nächste freie Termin ist erst Mitte Januar. Oder ich lasse mir einen Betrag auszahlen und fahre mit den Dellen weiter. Das Auto läuft ja einwandfrei, und ehrlich gesagt könnten wir das Geld gut brauchen, weil wir im Frühling umziehen möchten.
Ein Kollege meinte, eine Auszahlung sei ein Fehler, weil ich beim nächsten Hagel Probleme bekomme. Ein anderer sagt, beim Wiederverkauf verliere ich sowieso mehr, als ich jetzt erhalte. Ich weiss nicht so recht, wem ich glauben soll.
Konkret interessiert mich:
- Wird bei einer Auszahlung der volle Betrag aus dem Protokoll überwiesen oder weniger?
- Was passiert, wenn es nächsten Sommer wieder hagelt und die alten Dellen noch da sind?
- Ist das Ausbeulen ohne Lackieren wirklich gleichwertig wie eine klassische Reparatur?
- Wie lange wartet man nach so einem Grossereignis erfahrungsgemäss auf einen Termin?