Autoversicherung wird jedes Jahr teurer - wie spart ihr?

23.03.2026, 01:00
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Hallo zusammen

Ich habe letzte Woche die neue Prämienrechnung für meine Autoversicherung bekommen und bin ehrlich gesagt ziemlich schockiert. Im Vergleich zum Vorjahr zahle ich jetzt fast 15% mehr, und das obwohl ich keinen einzigen Schadenfall hatte. Ich fahre einen normalen Mittelklassewagen (Skoda Octavia, Jahrgang 2021) und bin seit über 10 Jahren unfallfrei unterwegs.

Was mich besonders ärgert: Ich habe bei meiner Versicherung nachgefragt und die sagten mir, die Prämienerhöhung sei «marktbedingt» und habe mit den gestiegenen Reparaturkosten und Ersatzteilpreisen zu tun. Angeblich seien besonders die Elektronikkomponenten in modernen Autos viel teurer geworden. Das mag ja stimmen, aber warum muss ich als schadenfreier Fahrer das ausbaden? Ich habe gehört, dass laut einer aktuellen Umfrage fast jede zweite versicherte Person mehr zahlt als im Vorjahr - obwohl rund 80% der Befragten angaben, im vergangenen Jahr keinen Schadenfall gehabt zu haben. Das ist doch absurd!

Ich habe mich mal umgeschaut und verschiedene Offerten eingeholt. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind teilweise enorm - da reden wir von mehreren hundert Franken pro Jahr. Allerdings bin ich mir unsicher, ob ein Wechsel wirklich sinnvoll ist, weil ich bei meiner aktuellen Versicherung einen hohen Bonus habe. Und trotzdem hat anscheinend nur jeder Zwanzigste den Anbieter gewechselt - obwohl sich der Wechsel für viele lohnen würde.

Meine Fragen an die Community:

  • Habt ihr ähnliche Prämienerhöhungen erlebt? Bei mehr als einem Drittel der Betroffenen soll die Erhöhung über 100 Franken betragen haben.
  • Lohnt sich ein Wechsel der Autoversicherung, auch wenn man einen guten Bonusschutz hat?
  • Welche Erfahrungen habt ihr mit Online-Vergleichsportalen gemacht?
  • Gibt es Tricks, um die Prämie zu senken, ohne auf wichtigen Schutz zu verzichten?

Mehr als die Hälfte der Versicherten zahlt offenbar jährlich zwischen 500 und 1200 Franken für die Autoversicherung, weitere 22% sogar zwischen 1200 und 1600 Franken. Das ist eine Menge Geld, und ich frage mich, ob man da nicht optimieren kann.

10 Antworten

Genau das gleiche Problem hier! Bin bei der Mobiliar und meine Vollkasko ist um fast 200 Franken gestiegen. Ich fahre einen VW Golf und hatte in den letzten 5 Jahren keinen einzigen Schaden. Auf meine Nachfrage hiess es auch "allgemeine Kostenentwicklung". Finde ich eine Frechheit ehrlich gesagt.

Ich überlege mir ernsthaft, auf eine Teilkasko umzusteigen. Mein Auto ist jetzt 4 Jahre alt, da lohnt sich die Vollkasko wahrscheinlich eh nicht mehr so richtig. Hat jemand Erfahrung damit, ab welchem Fahrzeugalter der Wechsel auf Teilkasko sinnvoll ist?

Ich arbeite selber in der Versicherungsbranche (nicht bei einer Autoversicherung, aber im Bereich Schadenmanagement) und kann bestätigen, dass die Kosten tatsächlich massiv gestiegen sind. Ein Grund, der oft unterschätzt wird, sind die Sensoren und Kameras in modernen Fahrzeugen. Ein kleiner Auffahrunfall, bei dem früher nur der Stossfänger ersetzt werden musste, kann heute schnell 5000-8000 Franken kosten, weil diverse Sensoren neu kalibriert oder ersetzt werden müssen.

Dazu kommen die höheren Werkstattkosten und die längeren Reparaturzeiten, weil die Techniker immer spezialisiertere Ausbildungen brauchen. Das schlägt sich natürlich in den Prämien nieder.

Mein Tipp: Erhöht den Selbstbehalt. Wenn ihr von 500 auf 1000 oder sogar 2000 Franken geht, könnt ihr einiges an Prämie sparen. Natürlich nur, wenn ihr euch das im Schadenfall leisten könnt.

Wir haben letztes Jahr gewechselt, von der Zurich zur AXA. Ersparnis: knapp 400 Franken pro Jahr bei praktisch identischer Deckung. Der Wechsel war unkompliziert, Kündigung per 31.12. und gut war es. Den Bonus konnte ich übrigens mitnehmen, das machen die meisten Versicherungen ohne Probleme.

Was viele nicht wissen: Man kann auch innerhalb der gleichen Versicherung verhandeln. Ich habe bei meiner Versicherung angerufen und gesagt, dass ich eine günstigere Offerte von einem Mitbewerber habe. Die haben mir dann einen Rabatt von 10% angeboten, damit ich bleibe. Kostet nichts, es zu versuchen.

Übrigens: Wusstet ihr, dass bei einer Prämienerhöhung ein Sonderkündigungsrecht besteht? Laut einer Umfrage wissen 30% der Versicherten das gar nicht! «Wer sein Sonderkündigungsrecht nicht kennt, bleibt oft automatisch Kundin oder Kunde», sagen Experten. Das verhindert, dass sich der Wettbewerb voll entfalten kann.

Ausserdem lohnt es sich, die Zahlungsweise zu prüfen. Wer jährlich statt monatlich zahlt, spart oft 3-5% Zuschlag. Und Kombi-Rabatte nicht vergessen: Wer Haushalt und Auto bei der gleichen Gesellschaft versichert, bekommt meistens einen Bündelrabatt.

Bei uns in der Familie haben wir drei Autos versichert. Mein Mann und ich fahren je eines, und unsere Tochter hat seit einem Jahr den Führerschein. Die Prämie für sie ist absurd hoch - fast 3000 Franken pro Jahr für eine Haftpflicht! Nur weil sie jung ist und wenig Fahrpraxis hat. Gibt es da Möglichkeiten, das irgendwie zu optimieren?

@Karin: Bei Junglenker-Prämien gibt es tatsächlich grosse Unterschiede. Einige Versicherungen bieten spezielle Junglenker-Tarife an, die deutlich günstiger sind. TCS hat zum Beispiel ein Programm, und auch die Vaudoise ist bekannt für faire Junglenker-Konditionen. Auf jeden Fall mehrere Offerten einholen!

Noch ein Tipp: Wenn eure Tochter das Auto als Zweitfahrerin auf eurer Police einträgt (sofern möglich), kann das günstiger sein als eine separate Versicherung.

Ich nutze seit zwei Jahren ein Telematik-Angebot meiner Versicherung. Da wird mein Fahrverhalten per App aufgezeichnet (Beschleunigung, Bremsverhalten, Geschwindigkeit, Tageszeit). Dafür bekomme ich bis zu 20% Rabatt auf die Prämie. Am Anfang war mir das etwas suspekt mit der Überwachung, aber mittlerweile finde ich es fair: Wer gut fährt, zahlt weniger. Ist halt nicht jedermanns Sache.

Danke für den Tipp mit dem Selbstbehalt, Stefan. Habe das mal durchgerechnet: Wenn ich den Selbstbehalt von 500 auf 1000 erhöhe, spare ich etwa 180 Franken pro Jahr. Das bedeutet, nach rund 3 Jahren ohne Schaden hat sich der höhere Selbstbehalt bereits gelohnt. Bei meiner bisherigen Schadenhistorie (0 Schäden in 8 Jahren) ist das ein No-Brainer.

Was mich am meisten stört ist die fehlende Transparenz. Die Versicherungen erklären einem nie wirklich nachvollziehbar, wie die Prämie zustande kommt. Es heisst immer nur "Risikoprofil" und "Schadenentwicklung im Portfolio". Aber welches Portfolio? Mein persönliches? Das aller Skoda-Fahrer? Alle Zürcher? Mehr Transparenz wäre hier wirklich wünschenswert.

Ich bin übrigens gerade dabei, über comparis.ch und bonus.ch Offerten zu vergleichen. Die Resultate variieren teilweise stark, weil die Portale unterschiedliche Partner haben. Am besten beide nutzen und dann direkt bei den günstigsten Anbietern nochmal eine individuelle Offerte anfragen.

Zum Thema Vergleichsportale: Aufpassen, dass man wirklich Äpfel mit Äpfeln vergleicht. Die günstigste Offerte ist nicht immer die beste. Schaut euch genau an, was bei der Parkschadendeckung, beim Grobfahrlässigkeitsschutz und bei den Pannenhilfe-Leistungen enthalten ist. Ich hatte mal den günstigsten Anbieter gewählt und dann im Schadenfall festgestellt, dass gewisse Leistungen ausgeschlossen waren, die bei meiner alten Versicherung Standard waren.

Mein Fazit nach vielen Jahren: Einmal jährlich vergleichen, aber nicht nur den Preis anschauen. Die Leistungen und vor allem der Service im Schadenfall sind mindestens genauso wichtig. Eine Versicherung, die bei einem Unfall schnell und unkompliziert hilft, ist mir persönlich 100-200 Franken mehr wert.

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