Ich muss mal etwas loswerden, das mich seit ein paar Wochen ziemlich beschäftigt. In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es jemanden, der vor Kurzem einen Autoschaden über die Haftpflicht abgewickelt hat – und je mehr ich darüber höre, desto schiefer kommt mir die Sache vor. Es geht um einen angeblichen Zusammenstoss, bei dem auf einmal Schäden zusammengerechnet wurden, die meiner Meinung nach gar nicht alle aus diesem einen Ereignis stammen. Ein älterer Parkschaden, der seit Monaten am Auto war, taucht plötzlich als Teil des frischen Unfalls auf. Und die Summe, die da bei der Versicherung geltend gemacht wird, liegt im fünfstelligen Bereich – wir reden von fast 19'000 Franken, während der eigentliche frische Schaden vielleicht ein Bruchteil davon ist.
Ich bin da kein Experte, vielleicht täusche ich mich ja auch. Aber das Bauchgefühl sagt mir klar, dass hier etwas aufgebauscht wird, um mehr Geld rauszuholen, als eigentlich zusteht. Und genau das bringt mich ins Grübeln. Einerseits finde ich Versicherungsbetrug nicht in Ordnung – am Ende zahlen wir alle über die Prämien drauf, wenn solche Sachen durchgehen. Andererseits ist es jemand, den ich kenne, und ich habe keine harten Beweise, nur ein paar Aussagen und mein Eindruck.
Was mich am meisten unsicher macht: Wenn ich mich da irre und jemanden zu Unrecht anschwärze, mache ich mich dann selbst strafbar? Stichwort üble Nachrede. Und überhaupt – wie läuft so eine Meldung ab? Geht das anonym? Wer kümmert sich darum, die Polizei oder die Versicherung selbst?
Konkret beschäftigen mich diese Fragen:
- Soll man so einen Verdacht überhaupt melden, wenn man sich nicht hundertprozentig sicher ist?
- An wen wendet man sich – direkt an die Versicherung des Verursachers, an eine Betrugsmeldestelle oder an die Polizei?
- Kann man die Meldung anonym machen, oder muss ich mit meinem Namen geradestehen?
- Was passiert nach so einer Meldung – wird das dann ernsthaft geprüft oder versandet es?
- Riskiere ich selbst etwas, wenn sich der Verdacht am Ende nicht bestätigt?