Franchise erhöhen zum Sparen – ab wann lohnt es sich?

Monika F. 02.10.2026, 18:45 128 Aufrufe 10 Antworten
Monika F.
02.10.2026, 18:45

Hallo zusammen. Mir flattern langsam die Hochrechnungen ins Haus und es sieht düster aus – in gewissen Kantonen ist von bis zu 25 Prozent mehr Prämie die Rede fürs übernächste Jahr. Ich sitze aktuell auf der tiefsten Franchise von 300 Franken, weil ich das früher mal so eingestellt habe und nie mehr angeschaut hatte. Jetzt frage ich mich ernsthaft, ob ich hochgehen soll – im Extremfall gleich auf die Maximalfranchise von 2500 Franken.

Die Logik ist mir grundsätzlich klar: höhere Franchise = tiefere Prämie. Aber ich will das nicht aus dem Bauch heraus entscheiden, sondern rechnen. Mein Problem ist, dass ich nicht recht verstehe, ab welcher Schwelle sich das wirklich lohnt und ab wann ich draufzahle, wenn ich doch mal krank werde.

So wie ich es verstehe, spielt da neben der Franchise auch noch der Selbstbehalt von 10 Prozent rein, gedeckelt bei maximal 700 Franken im Jahr. Heisst für mich: mein maximales Eigenrisiko ist Franchise plus 700. Bei der 2500er-Franchise wären das also 3200 Franken, die ich im allerschlimmsten Fall selber berappen muss, bevor die Kasse vollständig übernimmt. Stimmt diese Rechnung so überhaupt?

Und dann die eigentliche Frage: ich müsste ja wissen, wie viel Prämie ich pro Jahr spare, wenn ich von 300 auf 2500 hochgehe. Diese Ersparnis muss ich dem zusätzlichen Eigenrisiko gegenüberstellen. Ich bin Mitte 40, ziemlich gesund, war letztes Jahr genau zweimal beim Arzt. Aber sicher ist man halt nie.

Konkret würde mich interessieren:

  • Wie rechne ich die Break-even-Schwelle korrekt aus – also ab welchen Gesundheitskosten lohnt sich welche Franchise?
  • Stimmt es, dass der Selbstbehalt bei maximal 700 Franken pro Jahr gedeckelt ist?
  • Für wen ist die Maximalfranchise wirklich geeignet und für wen ein Eigentor?
  • Was passiert, wenn ich nächstes Jahr plötzlich ernsthaft krank werde – komme ich dann sofort wieder runter?
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10 Antworten

René M.
75 Punkte

Hallo Monika. Die Rechnung mit dem Eigenrisiko stimmt genau so. Bei der Maximalfranchise von 2500 zahlst du im schlimmsten Fall 2500 plus 700 Selbstbehalt = 3200 Franken pro Jahr aus dem eigenen Sack, danach übernimmt die Kasse alles. Der Selbstbehalt sind die berühmten 10 Prozent auf alles, was über der Franchise liegt, und der ist tatsächlich bei 700 Franken im Jahr gedeckelt (für Erwachsene).

Den Break-even rechnest du so: nimm die Prämienersparnis pro Jahr zwischen tiefer und hoher Franchise, und schau, ab welchen effektiven Gesundheitskosten du mit der hohen Franchise schlechter fährst. Solange du gesund bleibst, gewinnst du jedes Jahr die volle Ersparnis.

Stefan H.
35 Punkte

Ich machs mal mit Zahlen, sonst bleibt es abstrakt. Angenommen du sparst mit der 2500er gegenüber der 300er rund 1700 Franken Prämie im Jahr (grobe Hausnummer, je nach Kasse und Region). Dein Mehrrisiko bei der Franchise ist 2500 minus 300 = 2200 Franken, plus der zusätzliche Selbstbehalt fällt erst bei höheren Kosten an.

Daumenregel: Wenn deine jährlichen Gesundheitskosten unter etwa 1700 bis 2000 Franken bleiben, fährst du mit der hohen Franchise besser. Liegst du klar darüber, hättest du mit der tiefen Franchise gespart. Bei zwei Arztbesuchen im Jahr bist du meilenweit im grünen Bereich – für dich ist die hohe Franchise fast ein No-Brainer.

Laura B.
44 Punkte

@Monika ich bin 29, kerngesund und fahre seit Jahren mit der 2500er. Ich war in vier Jahren vielleicht zweimal beim Arzt und habe die Franchise nie auch nur annähernd ausgeschöpft. Die gesparte Prämie lege ich auf ein separates Konto, da liegen mittlerweile ein paar tausend Franken – falls doch mal was ist, kann ich die Franchise problemlos aus dieser Reserve zahlen. Für gesunde junge Erwachsene ist das aus meiner Sicht das einzig Sinnvolle.

Claudia B.
70 Punkte

Vorsicht, ich sehe das Ganze etwas kritischer. Ich war auch mal 'gesund' und hatte die Maximalfranchise – bis ich von einem Tag auf den anderen eine chronische Diagnose bekam. Seither bin ich jedes Jahr locker über 5000 Franken Gesundheitskosten. Mit der 2500er zahle ich da jedes Jahr die vollen 3200 selber, und die Prämienersparnis frisst das bei weitem nicht auf.

Mein Punkt: Die hohe Franchise lohnt sich nur, solange du wirklich gesund bist UND es bleibst. Niemand plant einen Unfall oder eine Krankheit ein. Wer schon weiss, dass regelmässig Kosten anfallen, sollte die Finger davon lassen.

Andrea Z.
55 Punkte

@Claudia hat einen wichtigen Punkt. Ich ergänze das Unfall-Szenario: ein einziger Treppensturz mit Spitalaufenthalt, und du bist sofort bei den vollen 3200. Das kann jeden treffen, egal wie fit. Wer keine Reserve von ein paar tausend Franken auf der Seite hat, sollte die Maximalfranchise gar nicht erst nehmen – sonst wird ein dummer Sturz schnell zur Liquiditätsfalle.

Lukas M.
45 Punkte

Wichtiger Hinweis zum Timing, den hier noch keiner erwähnt hat: Die Franchise kannst du nur einmal pro Jahr ändern. Die Erhöhung musst du deiner Kasse bis Ende November mitteilen, dann gilt die neue Franchise ab dem 1. Januar. Du kannst also nicht mitten im Jahr 'oh, ich bin krank geworden' sagen und schnell runter wechseln.

@Monika zu deiner letzten Frage: Nein, du kommst eben gerade NICHT sofort runter. Wenn du im Februar krank wirst, sitzt du das ganze Jahr auf der hohen Franchise fest. Senken könntest du erst per nächstem 1. Januar – und das geht meist sogar mit kürzerer Frist als das Erhöhen.

Nicole G.
50 Punkte

@Lukas guter Punkt mit dem Stichtag Ende November. Genau deshalb sollte man die Entscheidung jetzt im Herbst treffen, wenn die neuen Prämien bekannt sind, und nicht verschlafen. Ich stelle mir jedes Jahr eine Erinnerung Mitte November.

Patrick W.
40 Punkte

Noch ein praktischer Punkt zwischen 300 und 2500: die Zwischenstufen nicht vergessen. Es gibt ja 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500. Bei vielen Kassen ist der Sprung von 300 auf 500 fast geschenkt – die Prämienersparnis pro zusätzlich riskiertem Franken ist da am grössten, das zusätzliche Risiko aber minim. Die letzten Stufen bis 2500 bringen oft prozentual weniger Ersparnis pro riskiertem Franken. Wer es nicht ganz so extrem will, fährt mit der 2000er manchmal fast gleich gut bei deutlich tieferem Maximalrisiko.

Karin H.
48 Punkte

Ich bin von der Logik her bei @Marco und @Patrick: rechnen statt Bauchgefühl. Was bei mir den Ausschlag gab, war ein simpler Vergleich übers Jahr. Ich habe meine Arztrechnungen der letzten drei Jahre zusammengezählt und durch drei geteilt – kam auf gut 600 Franken im Schnitt. Damit war für mich klar, dass die hohe Franchise sich rechnet, weil ich meilenweit unter dem Break-even von rund 1700 bis 2000 liege.

Monika F.
65 Punkte

Vielen Dank euch allen, das hat enorm geholfen. Ich fasse für mich zusammen: maximales Eigenrisiko bei der 2500er sind die 3200 Franken (Franchise plus 700 Selbstbehalt), Break-even liegt grob bei 1700 bis 2000 Franken Gesundheitskosten, und ändern geht nur einmal jährlich bis Ende November.

@Claudia und @Andrea, euer Einwand sitzt – ich habe zum Glück eine Reserve und bin aktuell gesund, aber ich nehme den Punkt mit dem Unfall ernst. Ich tendiere jetzt zu einer Erhöhung, vielleicht erst mal auf die 2000er als Kompromiss, wie @Patrick sagt. Und ich setze mir definitiv eine Erinnerung für Mitte November.

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