Krankenkasse wechseln für 2027 – lohnt der ganze Aufwand überhaupt noch?

Lukas M. 06.09.2026, 17:35 81 Aufrufe 10 Antworten
Lukas M.
06.09.2026, 17:35

Jetzt im September flattern langsam wieder die neuen Policen ins Haus und ehrlich gesagt wird mir jedes Jahr ein bisschen anders dabei. Bei mir steht für 2027 wieder ein satter Aufschlag drin, und ich höre aus dem Umfeld von Leuten, die teilweise zweistellig mehr zahlen sollen. Da war sogar von einer Schätzung die Rede, dass es irgendwo gegen 25 Prozent raufgehen könnte, je nach Region und Kasse. Das ist happig.

Und jedes Jahr stelle ich mir dieselbe Frage: Soll ich mir wieder den ganzen Abend um die Ohren schlagen, priminfo.ch durchklicken, Offerten vergleichen, kündigen, neu anmelden – oder lohnt sich der Aufwand am Ende gar nicht mehr? Die Grundversicherung bietet ja bei allen Kassen exakt die gleichen Leistungen, ob das jetzt CSS, Helsana, Sanitas, Assura oder KPT ist. Der einzige Unterschied ist der Preis und das gewählte Modell.

Ich bin aktuell im Standardmodell mit Franchise 300 und frage mich, ob ich nicht endlich auf ein Hausarztmodell oder Telmed umstellen und gleichzeitig die Franchise hochschrauben sollte. Bevor ich aber blind irgendwas mache, würde mich eure Erfahrung interessieren. Die Kündigungsfrist läuft ja bekanntlich Ende November ab, also bleibt nicht ewig Zeit.

  • Wechselt ihr wirklich jedes Jahr oder ist euch das den Aufwand nicht wert?
  • Wie viel spart ihr konkret durch alternative Modelle wie Hausarzt, Telmed oder HMO?
  • Franchise 300 oder gleich rauf auf 2500 – wann lohnt sich das?
  • Gibt es Fallstricke, auf die ich beim Wechsel achten muss?
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10 Antworten

Karin H.
48 Punkte

Ich wechsle seit Jahren konsequent jeden Herbst und für mich lohnt es sich klar. Letztes Jahr habe ich von Helsana zu einer günstigeren Kasse gewechselt und spare rund 70 Franken im Monat, das sind über 800 im Jahr für etwa eine Stunde Arbeit am priminfo-Rechner. Solange die Grundversicherung überall die gleiche Leistung hat, ist mir der Markenname völlig egal.

René M.
75 Punkte

Ich sehe das genau umgekehrt. Ich habe jahrelang jeden Herbst gewechselt und irgendwann gemerkt, dass die Ersparnis im Schnitt eher mager war, weil die günstigste Kasse im Folgejahr oft wieder kräftig aufgeschlagen hat. Dann bist du wieder am Vergleichen. Mittlerweile bin ich wechselmüde und bleibe bei der KPT, solange sie nicht völlig aus dem Rahmen fällt.

Monika F.
65 Punkte

@Lukas der grösste Hebel ist nicht die Kasse selber, sondern das Modell und die Franchise. Ich bin im Hausarztmodell und spare allein dadurch gut 15 Prozent gegenüber dem Standardmodell. Wenn du selten zum Arzt gehst, hol dir Hausarzt oder Telmed, da rufst du zuerst eine Hotline an. Das macht in der Praxis kaum einen Unterschied und spart spürbar.

Eva F.
38 Punkte

Zur Franchise: die Faustregel ist eigentlich simpel. Wenn du gesund bist und selten zum Arzt musst, nimm die 2500er Franchise, dann zahlst du am wenigsten Prämie. Bist du chronisch krank oder hast regelmässig hohe Kosten, ist die 300er günstiger, weil du den Selbstbehalt sowieso ausschöpfst. Alles dazwischen ist meistens ein Kompromiss, der sich kaum rechnet.

Nicole G.
50 Punkte

Achtung bei einem Punkt, den hier noch keiner erwähnt hat: Der Wechsel der Grundversicherung ist immer problemlos, da müssen sie dich nehmen, egal wie krank du bist. Aber wenn du eine Zusatzversicherung hast und die auch mitnehmen willst, kann es eng werden. Ich wollte vor zwei Jahren wechseln und bin bei der Aufnahmeprüfung für die Zusatz durchgefallen, weil ich eine Vorerkrankung habe. Am Ende bin ich bei der alten Kasse geblieben, nur damit ich die Zusatz nicht verliere.

Lukas M.
45 Punkte

@Nicole das ist ein super wichtiger Hinweis, danke. Genau davor habe ich nämlich auch ein bisschen Bammel. Heisst das, du kannst die Grundversicherung quasi gar nicht mehr frei wechseln, ohne die Zusatz zu riskieren? Das würde den ganzen Spareffekt natürlich relativieren.

Nicole G.
50 Punkte

@Lukas du kannst die Grundversicherung problemlos zu einer anderen Kasse mitnehmen, die Zusatz aber bei der alten Kasse behalten. Das geht völlig getrennt. Viele wissen das nicht und bleiben unnötig bei einer teuren Kasse, nur wegen der Zusatz. Also: Grundversicherung dort, wo es günstig ist, Zusatz dort, wo du schon drin und akzeptiert bist.

Andreas M.
67 Punkte

Ich bin seit drei Jahren in einem HMO-Modell, also so ein Gesundheitszentrum, wo verschiedene Ärzte sitzen. Das ist nochmal etwas günstiger als das klassische Hausarztmodell, weil du immer zuerst dorthin musst. Funktioniert für mich super, aber man muss schauen, ob es ein HMO-Zentrum in der Nähe gibt. Auf dem Land ist das oft nicht der Fall, dann bringt es nichts.

Andrea Z.
55 Punkte

Ein praktischer Tipp zum Vorgehen: Erst auf priminfo.ch deine Region und dein Wunschmodell eingeben und schauen, was rauskommt. Dann erst kündigen. Die Kündigung muss bis spätestens Ende November bei der alten Kasse sein, am besten eingeschrieben verschicken, damit du einen Nachweis hast. Und unbedingt erst kündigen, wenn die neue Kasse die Aufnahme schriftlich bestätigt hat, sonst stehst du im Januar ohne Versicherung da.

Stefan H.
35 Punkte

Was mich bei der ganzen Diskussion immer wieder nervt: Wir optimieren hier alle wie wild an Modellen und Franchisen herum, aber am Grundproblem ändert das nichts. Die Kosten steigen jedes Jahr und wir verschieben das Problem nur. Trotzdem klar, solange das so ist, hole ich mir jeden Franken Ersparnis, den ich kriegen kann. Für 2027 stelle ich definitiv auf Telmed um.

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