Ich habe diese Woche meinen Prämienzettel für nächstes Jahr bekommen und mich wieder mal gefragt: Wie viel von dem, was ich jeden Monat überweise, kommt eigentlich wirklich bei der Gesundheit an? Also bei Arzt, Spital, Medikamenten – und wie viel versickert vorher in Verwaltung, Marketing, Löhnen und Vermittlerprovisionen?
Hintergrund meiner Frage: Es geistern ja immer wieder Zahlen von happigen Kaderlöhnen herum. Da liest man von Generalagenten, die in einem guten Jahr gegen 700'000 Franken nach Hause tragen, oder von Geschäftsführern bei knapp einer Million. Das sind Summen, die mehr sind als ein Bundesrat verdient. Mein erster Reflex ist Empörung – aber ich will ehrlich sein: Ich weiss gar nicht, ob diese Löhne überhaupt aus meiner Grundversicherungsprämie bezahlt werden oder ob das ein anderer Topf ist.
Mir geht es deshalb weniger um ein einzelnes Gehalt, das einen aufregt, sondern um das grosse Ganze: die Aufteilung der Prämie. Mir ist klar, dass ein Teil immer für die Organisation draufgeht – jede Kasse muss Rechnungen prüfen, Personal bezahlen, IT betreiben. Die Frage ist nur, wie gross dieser Teil ist und ob er gerechtfertigt ist.
Und dann ist da noch das Thema Werbung und Vermittler. Jeden Herbst klingelt das Telefon, irgendwelche Callcenter wollen mir eine neue Kasse aufschwatzen. Das kostet ja auch alles Geld – und am Ende zahle ich es als Prämienzahler mit.
Darum ein paar konkrete Fragen an euch:
- Weiss jemand, wie hoch die Verwaltungskostenquote in der Grundversicherung wirklich ist – also welcher Prozentsatz der Prämie nicht in Leistungen geht?
- Stimmt es, dass die Kaderlöhne und die hohen Provisionen eher mit der Zusatzversicherung zu tun haben als mit der Grundversicherung?
- Was kostet eigentlich dieser ganze Werbe- und Vermittlerzirkus pro Jahr, und gibt es da inzwischen Regeln?
- Bringt ein Kassenwechsel überhaupt etwas, oder bezahle ich nur die Provision des nächsten Vermittlers mit?