Hallo zusammen
Ich habe kürzlich etwas gelesen, das mich ziemlich beschäftigt. Es ging um einen Fall im Wallis, wo eine Gastronomin Mutterschafts-Taggelder von zwei Versicherungen gleichzeitig bezogen haben soll. Die Frau war in zwei Betrieben angestellt und hat anscheinend für beide Tätigkeiten separat Mutterschaftsentschädigung kassiert - ergänzend zum gesetzlichen Taggeld der Erwerbsersatzordnung auch noch über betriebliche Zusatzversicherungen, die das Taggeld auf bis zu 80% des regulären Lohns aufstockten.
Was mich dabei besonders schockiert hat: Gemäss den Berichten gibt es bei der ergänzenden Mutterschaftsentschädigung keine Koordination zwischen den Versicherern. Jeder Versicherungsvertrag deckt offenbar den gemeldeten Lohnanteil separat ab. Das heisst, das System ermöglicht es praktisch, doppelt zu kassieren, ohne dass es auffällt.
Das wirft bei mir einige Fragen auf:
- Wie ist die Mutterschaftsentschädigung eigentlich genau geregelt? Die EO zahlt maximal 220 Franken pro Tag - wie funktionieren die betrieblichen Zusatzversicherungen?
- Gibt es systematische Kontrollen, um Doppelbezüge bei Zusatzversicherungen zu verhindern?
- Was passiert, wenn so ein Missbrauch auffliegt? Welche Konsequenzen drohen?
- Kennt jemand ähnliche Fälle?
Es geht mir nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen, sondern um die grundsätzliche Frage: Funktionieren unsere Kontrollmechanismen bei den Sozialversicherungen gut genug?