Bei welchen Versicherungen kann man sparen – und welche bloss nicht antasten?

Karin H. 23.08.2026, 14:10 113 Aufrufe 10 Antworten
Karin H.
23.08.2026, 14:10

Bei uns ist es momentan finanziell etwas eng. Steigende Krankenkassenprämien, Steuern, Wohnkosten – am Schluss bleibt jeden Monat fast nichts mehr übrig. Ich bin sicher nicht alleine damit, in einer Umfrage hier in der Schweiz haben kürzlich fast zwei Drittel der Befragten gesagt, dass sie finanziell unter Druck stehen. Bei den Fixkosten stehen die Krankenkassenprämien klar an erster Stelle, danach kommen Steuern und Wohnkosten.

Jetzt habe ich mir mal alle meine Versicherungspolicen rausgesucht und ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Da sind etliche dabei, von denen ich gar nicht mehr genau weiss, wofür ich sie eigentlich zahle. Privathaftpflicht, Hausrat, Krankenkasse Zusatz, eine Handyversicherung, eine Garantieverlängerung für die Waschmaschine, Glasbruch und noch ein paar Kleinigkeiten.

Mein Gedanke: Wenn das Geld knapp ist, muss man irgendwo ansetzen. Aber bei den Versicherungen will ich nicht einfach blind kündigen und dann im Schadenfall plötzlich auf zehntausenden Franken sitzenbleiben. Es gibt ja Sachen, die sind Pflicht oder zumindest absolut sinnvoll, und andere sind eher Luxus oder doppelt versichert.

Darum meine Fragen an euch:

  • Bei welchen Versicherungen kann man gefahrlos sparen oder ganz kündigen, wenn das Budget knapp ist?
  • Welche soll man auf keinen Fall antasten?
  • Wie unterscheidet ihr Pflicht und sinnvoll von Luxus und Doppelspurigkeiten?
  • Habt ihr konkrete Tipps, wie man bei den unverzichtbaren Policen trotzdem die Prämie senken kann?
50

10 Antworten

Marco B.
55 Punkte

Gute Frage, Karin. Ich mache das so: Die Privathaftpflicht bleibt unter allen Umständen. Die kostet vielleicht 80 bis 120 Franken im Jahr und deckt dir Schäden ab, die schnell in die Hunderttausende gehen können. Da zu sparen wäre der grösste Fehler überhaupt. Das gleiche gilt für die Hausratversicherung, gerade wenn man Wohneigentum oder teures Mobiliar hat.

Wo ich knallhart aufgeräumt habe: Handyversicherung, Garantieverlängerungen und so ein Glasbruch-Zusatz. Das sind genau die Doppelspurigkeiten, die einem die Verkäufer im Laden andrehen. Spar dir das, leg lieber das Geld zur Seite.

Patrick W.
40 Punkte

Sparfuchs hier. :) Ich habe letztes Jahr mal richtig ausgemistet und über 600 Franken pro Jahr gespart. Konkret: Handyversicherung weg (im Schadenfall zahlst du eh Selbstbehalt und die Prämie über zwei Jahre ist teurer als ein neues Display), zwei Garantieverlängerungen gekündigt und die Krankenkassen-Zusatzversicherungen durchforstet. Vergleich mal auf comparis.ch, da sieht man schnell, wo man zu viel zahlt.

Lukas M.
45 Punkte

Ich arbeite in der Branche und sehe das täglich. Die Faustregel lautet: Versichere nur Risiken, die dich finanziell ruinieren würden. Ein kaputtes Handy für 300 Franken ist ärgerlich, aber kein Ruin. Eine Querschnittlähmung, die du jemandem aus Versehen zufügst, ruiniert dich für den Rest deines Lebens – darum Haftpflicht niemals kündigen.

Was viele nicht wissen: Glasbruch ist oft schon in der Hausratversicherung enthalten oder zumindest als günstiger Zusatz drin. Wenn du eine separate Glasbruchpolice hast, ist das fast sicher eine Doppelspurigkeit. Prüf das mal.

Monika F.
65 Punkte

Ich bin da eher die vorsichtige Mahnerin. Bitte, bitte bei der Haftpflicht nicht sparen, egal wie knapp es ist. Eine Bekannte hat ihre gekündigt, weil sie dachte, sie brauche das nicht – dann lief ihr Kind in einen parkierten Wagen und kratzte über die ganze Seite. Plötzlich standen mehrere tausend Franken im Raum. Die paar Franken Prämie im Monat sind das absolut wert.

Karin H.
48 Punkte

Danke schon mal für die vielen Antworten! @Lukas das mit dem Glasbruch schaue ich mir gleich an, ich glaube tatsächlich, dass ich das doppelt habe. Und @Monika ja, die Haftpflicht lasse ich ganz sicher in Ruhe, da habt ihr mich überzeugt.

René M.
75 Punkte

Ein Tipp, der bei den Pflichtversicherungen richtig was bringt: Franchise bei der Krankenkasse erhöhen. Wenn du gesund bist und selten zum Arzt gehst, lohnt sich die höchste Franchise von 2500 Franken fast immer. Du sparst pro Jahr mehrere hundert Franken Prämie. Nur wirklich rechnen, falls du chronisch krank bist oder regelmässig Behandlungen brauchst – dann ist die tiefe Franchise besser.

Nicole G.
50 Punkte

Genau das @René. Das gleiche Prinzip funktioniert auch bei anderen Policen über den Selbstbehalt. Bei der Hausrat oder der Kasko kannst du oft einen höheren Selbstbehalt wählen und zahlst dafür weniger Prämie. Du trägst kleine Schäden selber, bist aber bei den grossen abgesichert. Genau richtig, wenn das Geld knapp ist.

Eva F.
38 Punkte

Was bei mir noch dazukam: Ich hatte zwei Rechtsschutzversicherungen, ohne es zu merken – eine separat und eine, die schon im Hausrat-Paket drin war. Solche Doppelspurigkeiten findet man nur, wenn man sich mal eine halbe Stunde hinsetzt und alle Policen nebeneinanderlegt. Hat sich für mich gelohnt, ich zahle jetzt deutlich weniger.

Christian S.
58 Punkte

Wichtig finde ich noch die Unterscheidung: Gebäudeversicherung ist in den meisten Kantonen sowieso obligatorisch und gehört dem Hauseigentümer, nicht dem Mieter. Als Mieter brauchst du sie nicht, da reicht Hausrat plus Privathaftpflicht. Verwechseln viele. Krankenkasse Grundversicherung ist gesetzliche Pflicht, da kannst du nur über Modell und Franchise sparen, aber nie kündigen.

Andreas M.
67 Punkte

Bei mir war der grösste Brocken am Ende die Krankenkasse selber. Habe das Modell auf Hausarzt umgestellt und gleichzeitig die Franchise erhöht – zusammen mit dem Streichen der unnötigen Kleinversicherungen komme ich jetzt jeden Monat besser über die Runden. Danke für den Thread, hat mir den nötigen Anstoss gegeben, endlich mal alles durchzugehen.

Melde dich an, um auf diese Diskussion zu antworten.