Hallo zusammen. Ich bin gerade ziemlich verunsichert und hoffe, hier ein paar klare Antworten zu bekommen. Ein Bekannter von mir in Deutschland hat letzte Woche Post von seiner Versicherung bekommen: Sein ganzer Bestand an alten Lebensversicherungen – das sollen angeblich rund 700'000 Policen sein – wird an einen sogenannten Abwickler verkauft. Also an eine Firma, die das Geschäft gar nicht mehr aktiv betreibt, sondern den Bestand nur noch verwaltet und abwickelt. Man nennt das wohl Run-off.
Das Spannende daran: Es geht um genau diese alten Verträge mit den hohen Zinsgarantien, die für den Versicherer heute teuer sind. Beim ersten Anlauf vor zwei Jahren wollte man die offenbar für rund eine halbe Milliarde abstossen, jetzt ist plötzlich von einer höheren Bewertung die Rede, weil sich das Marktumfeld geändert hat. Und beim ersten Versuch hat die Aufsicht den Verkauf sogar gestoppt, weil ihr der Käufer nicht vertrauenswürdig genug war.
Mir geht es jetzt aber weniger um Deutschland. Mich beschäftigt: Kann mir das in der Schweiz mit meiner Lebensversicherung auch passieren? Ich habe selber eine klassische gemischte Lebensversicherung mit einem garantierten Zins, abgeschlossen vor vielen Jahren. Wenn die jetzt einfach an irgendeine Abwicklungsgesellschaft verkauft wird, die kein Interesse mehr an mir als Kunde hat – was bedeutet das konkret?
Konkret frage ich mich:
- Bleiben meine garantierten Leistungen und der Garantiezins wirklich genau gleich, oder kann der neue Eigentümer da etwas dran ändern?
- Habe ich überhaupt ein Mitspracherecht oder werde ich einfach mitverkauft wie ein Möbelstück?
- Wer ist dann mein Ansprechpartner – gibt es noch eine Beratung oder nur noch eine Abwicklungs-Hotline?
- Schaut die FINMA bei sowas hin, oder ist das reine Privatsache zwischen den Firmen?
Danke schon mal für eure Einschätzungen. Ich will jetzt nicht in Panik geraten, aber das Gefühl, einfach «weiterverkauft» zu werden, ist schon komisch.