Ich muss das mal loswerden, weil es mich ehrlich gesagt jedes Jahr aufs Neue frustriert. Da liest man in jeder zweiten Wirtschaftsmeldung von Rekordgewinnen der Versicherer – ein grosser Schweizer Konzern hat letztes Jahr seinen Reingewinn um 17 Prozent auf 6,8 Milliarden gesteigert, der Betriebsgewinn kletterte auf 8,86 Milliarden, und die Aktionäre bekommen jetzt eine Dividende von 30 Franken pro Aktie. Schön für sie. Gleichzeitig kommt im Herbst zuverlässig der Brief von der Krankenkasse mit der nächsten Prämienerhöhung, und auch meine Autoversicherung ist dieses Jahr wieder spürbar teurer geworden.
Was mich daran wirklich stört: Es geht immer nur in eine Richtung. Wenn die Schäden hoch sind, steigen die Prämien wegen der Schadenlast. Wenn die Gewinne hoch sind, steigen sie wegen der Reserven oder der Schadeninflation. Egal wie es läuft, am Ende zahlen wir mehr. Ich habe noch nie einen Brief bekommen, in dem stand: «Wir hatten ein gutes Jahr, deshalb senken wir Ihre Prämie um 10 Prozent.»
Mir ist schon klar, dass man Grundversicherung und Privatversicherung trennen muss. Aber im Alltag spürt der Konsument einfach nur, dass alles teurer wird, während die Konzernzahlen jubeln. In genau dem erwähnten Bericht stand übrigens auch, dass das Wachstum unter anderem von massiven Preiserhöhungen bei Autoversicherungen getrieben wurde – also unsere Prämien sind direkt Teil der Rekordgewinne.
Ich würde gerne von euch wissen:
- Warum sinken Prämien praktisch nie, auch wenn ein Versicherer Milliarden verdient?
- Wo geht das Geld bei den Krankenkassen-Reserven eigentlich hin – kriegen wir das je zurück?
- Ist das berechtigt (Schadeninflation, Konkurrenz) oder einfach Abzocke?
- Was kann ich als einzelner Kunde überhaupt tun, ausser jedes Jahr zu wechseln?